Gravitation

Es muß etwas geben, das für die Rotation der Erduhren und das Global Positioning System (GPS) ein bevorzugtes Ruhesystem darstellt. Es muß etwas geben, das die Uhren im Tal langsamer gehen läßt, als auf dem Berg. Ich nenne es das Gravitationsfeld.

Stelle wir uns ein 40.000 km langes Gerüst vor, das den Äquator repräsentieren soll. Weit ab von Massen, z.B. zwischen zwei von einander entfernten Galaxien. Auf diesem Gerüst werden die Erduhren angebracht. Um dieses Ringgerüst kreist ein entsprechend größeres Gerüst, auf dem die GPS Satelliten montiert werden. In dieser Situation gibt es keine gravitativen Gradienten. Es gibt aber keinen Grund anzunehmen, daß hier das Verhalten der kreisenden Uhren anders wäre als im GPS. Hier müßte nur allein die Bewegung berücksichtigt werden, nicht die lokalen gravitativen Effekte, die durch Erde oder Sonne hervorgerufen werden. Auch für dieses Ringsystem müßte es ein bevorzugtes Ruhesystem geben.

Die zu den Ringen tangentiale Bewegung entspricht hier einer inertialen Bewegung. Es gibt keinen Grund anzunehmen, daß für diese Bewegung das bevorzugte Ruhesystem nicht gelten sollte.

Stellt das Gerüst eine 40.000km lange Rakete dar, bei der sich dann die Spitze mit dem Ende trifft, könnten in dieser Rakete die Uhr an der Spitze mit der Uhr am Heck sozusagen instantan verglichen werden. Ist die Rakete gerade und bewegt sich auf einer inertialen Bahn, kann die Uhr an der Spitze mit der Uhr am Heck nur mit der schnellsten Informationsweitergabemöglichkeit verglichen werden. Das ist bisher ein lichtschnelles Signal.

Der negative Ausgang des Michelson-Morley-Experiments zeigt, daß man eine Bewegung zum Gravitationsfeld nicht allein mit idealen Uhren und dem Licht messen könnte. Auch das Bezugssystem der Mikrowellen Hintergrundstrahlung(CMB) ist keine Hilfe, denn wir wissen nicht, welche Beziehung zwischen dem CMB und dem Gravitationsfeld besteht.

Aber aus dem tatsächlichen Verhalten der Uhren im GPS und den Lorenz Transformationen geht logisch zwingend eine Methode hervor, mit der man die Bewegung gegen das Gravitationsfeld in Richtung und Größe messen kann. Diese Methode soll in meinem Vortrag auf der Frühjahrstagung der Deutschen Physikalischen Geselschaft (DPG) 2012 dargestellt werden.

“Begriffe, welche sich bei der Ordnung der Dinge als nützlich erwiesen haben, erlangen über uns leicht eine solche Autorität, daß wir sie als unabänderliche Gegebenheiten hinnehmen. Sie werden zu Denknotwendigkeiten gestempelt. Der Weg des wissenschaftlichen Fortschritts wird durch solche Irrtümer oft für lange Zeit ungangbar gemacht. Es ist deshalb keine müßige Spielerei, wenn wir darin geübt werden, die geläufigen Begriffe zu analysieren. Dadurch wird ihre allzu große Autorität gebrochen.” Diese Aussage Einsteins ist heute noch genauso gültig wie damals und wird bei der Forschung des Menschen immer gültig bleiben. Sie betrifft aber nicht die alten Vorstellungen, die sich schon überholt haben, sondern sie betrifft immer die aktuell allgemein gültigen Vorstellungen oder die Vorstellungen, die man selbst ganz persönlich für die richtigen hält.

Nur wenn man diese Vorstellungen tatsächlich in Frage stellen kann, beherzigt man die Aussage Einsteins. Heute denke ich betrifft es die Vorstellung von der Gleichheit aller Inertialsysteme. Ich denke, daß man mit meiner Methode einen Unterschied zwischen K und K’ feststellen kann. Damit sind nicht alle Inertialsysteme gleich.

                      Karl-Herbert Darmer

                       

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